
Was gehört in ein 72-Stunden-Notfallset? Ein Vergleich zwischen Schweden, Deutschland und Frankreich
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In einer Zeit zunehmender globaler Unsicherheiten betonen viele europäische Länder die Bedeutung der individuellen Vorsorge. Ein 72-Stunden-Notfallset ist ein zentrales Element dieser Strategie. Es hilft Einzelpersonen und Familien, sich in den ersten Stunden einer Krise selbst zu versorgen. Während die Grundelemente oft ähnlich sind, passt jedes Land seine Empfehlungen an eigene Risiken, kulturelle Gewohnheiten und behördliche Richtlinien an.
Schweden: Betonung der Eigenverantwortung
Die schwedische Behörde für Katastrophenschutz rät den Bürgern, sich darauf vorzubereiten, mindestens 72 Stunden ohne externe Hilfe auszukommen. Die Empfehlungen konzentrieren sich auf:
- Wasser: Mindestens 3 Liter pro Person und Tag.
- Nahrung: Haltbare Lebensmittel, die wenig Vorbereitung erfordern.
- Heizung: Alternative Wärmequellen und warme Kleidung.
- Kommunikation: Kurbel- oder batteriebetriebene Radios zur Informationsaufnahme.
- Beleuchtung: Taschenlampen und Kerzen.
- Erste Hilfe: Wichtige Medikamente und Verbandsmaterial.
- Bargeld: Kleine Scheine für Transaktionen bei Stromausfällen.
Schweden verteilt zudem einen nationalen Leitfaden mit dem Titel „Wenn die Krise oder der Krieg kommt“, um Haushalte auf Notlagen vorzubereiten.
Deutschland: Strukturierte und umfassende Vorsorge
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt eine umfangreichere Vorbereitung – Haushalte sollen für bis zu 10 Tage autark sein. Wichtige Empfehlungen sind:
- Wasser: 20 Liter pro Person.
- Nahrung: Verschiedene haltbare Lebensmittel, etwa 2.200 kcal pro Person und Tag.
- Medizinische Versorgung: Erste-Hilfe-Set und ein Vorrat an wichtigen Medikamenten.
- Beleuchtung & Kommunikation: Taschenlampen und Radios mit Ersatzbatterien.
- Dokumente: Kopien wichtiger Papiere sicher aufbewahren.
- Bargeld: Für Einkäufe bei Ausfall elektronischer Systeme.
Deutschland fördert zudem den Einsatz von Warn-Apps, die Echtzeitinformationen und Anweisungen liefern.
Frankreich: Neue Initiativen zur Notfallvorsorge
Als Reaktion auf globale Risiken entwickelt Frankreich derzeit ein „Überlebenshandbuch“, das an alle Haushalte verteilt werden soll. Es empfiehlt, ein 72-Stunden-Notfallset mit folgenden Inhalten bereitzuhalten:
- Wasser: Mindestens 6 Liter pro Person.
- Nahrung: Etwa 10 Konservendosen mit haltbaren Lebensmitteln.
- Beleuchtung: Taschenlampen und Ersatzbatterien.
- Medizinische Versorgung: Grundausstattung wie Paracetamol und Desinfektionsmittel.
- Kommunikation: Batteriebetriebenes Radio zur Informationsaufnahme.
- Persönliche Gegenstände: Wichtige Dokumente, warme Kleidung und Werkzeuge.
Vergleichstabelle
Element | 🇸🇪 Schweden | 🇩🇪 Deutschland | 🇫🇷 Frankreich |
---|---|---|---|
Wasservorrat pro Person | 3L/Tag | 20L gesamt | 6L gesamt |
Dauer der Nahrungsmittelvorräte | 3 Tage | 10 Tage | 3 Tage |
Heizmöglichkeiten | Ja | Ja | Nicht angegeben |
Kommunikationsgeräte | Radio | Radio | Radio |
Medizinische Ausstattung | Grundausstattung | Umfassend | Grundausstattung |
Kopien wichtiger Dokumente | Empfohlen | Empfohlen | Empfohlen |
Bargeldreserven | Ja | Ja | Ja |
Warum diese Unterschiede?
Die Strategien der Notfallvorsorge unterscheiden sich aus mehreren Gründen:
- Individuelle vs. kollektive Denkweise: Manche Kulturen setzen auf Eigenverantwortung, andere auf staatliche Unterstützung.
- Vertrauen in Institutionen: Die Bereitschaft, offiziellen Empfehlungen zu folgen, hängt vom Vertrauen in Behörden ab.
- Klima & Risikoprofil: Nördliche Länder priorisieren Heizung und Energie, südlichere konzentrieren sich auf Nahrungsmittel und gesellschaftliche Stabilität.
Warum ein europaweites Basisset sinnvoll ist
Unabhängig von nationalen Unterschieden sind viele Risiken – ob klimatisch, cyberbezogen oder geopolitisch – grenzüberschreitend.
- Ein gut gestaltetes Basisset deckt 80 % der Bedürfnisse in ganz Europa.
- Directive72.eu bietet ein anpassbares System, basierend auf mehreren offiziellen Empfehlungen, mit einem Fokus auf Klarheit und Praktikabilität.
Fazit
Auch wenn die Empfehlungen je nach Land variieren, bleibt das Grundprinzip gleich: Jeder sollte in der Lage sein, sich in einer Krise für mindestens 72 Stunden selbst zu versorgen. Ein durchdachtes Notfallset stärkt die Resilienz und verringert die Abhängigkeit von externer Hilfe.